Ratgeber für die Regentonne


Etwas Geschichte der Regentonne

Regenwasserzisterne

Abanbar – traditioneller Wasserspeicher in Qeshm, Iran (Pawel Opaska-fotolia.com)

Das Sammeln von Regenwasser ist so alt, wie Menschen sich häuslich niedergelassen haben. Bereits in der Steinzeit wurden Zisternen aus den Felsen gehauen. Gemauerte Zisternen wurden im mediterranen Bereich vor über 7000 Jahren angelegt. Die größte in Fels gehauene Zisterne der Welt befindet sich in Spanien am höchsten Punkt der Altstadt von Cáceres die Aljibe von Cácere.„Die Wasserversorgung der Wüstenfestungen am Jordantal, die eine besonders wichtige Rolle zwischen dem Makkabäer-Aufstand (167 v. Chr.) und der römischen Eroberung (63 v. Chr.) spielten, erfolgte durch Zisternen, die auf unterschiedliche Weise gespeist wurden. In einigen Fällen wurde ein Teil des Oberflächenabflusses nach einem intensiven Regen in Sammelrinnen gefangen und in die Zisternen geführt.

Bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts war auch in Deutschland die Nutzung von Regenwasser in ländlichen Regionen weithin üblich, sie wurde aber durch das ständig zur Verfügung stehende Wasser der zentralen Trinkwasserversorgung mehr und mehr verdrängt. Durch stetig steigende Wassergebühren und ein zunehmend ökologisches Bewusstsein gibt es nunmehr wieder verstärkt die Tendenz, nicht für jeden Zweck Wasser in Trinkwasserqualität einzusetzen.

„Die Regentonne für die Gartenbewässerung ist deshalb auch uneingeschränkt zu empfehlen.“ Quelle: Umweltbundesamt

 


Regenwassernutzung in anderen Ländern

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Landbevölkerung in Äthopien auf dem Weg zum Wasserbrunnen im Omo Valley (Rafal Cichawa-Fotolia.com)

In Taiwan sammeln die Menschen heute noch das Regenwasser von Bäumen. Dazu nutzen sie die Neigung des Wassers, sich an Oberflächen zu binden aus. Sie binden einen aus mehreren Kordeln bestehendes Seil um den Stamm eines Baumes und führen die wieder aufgefächerten Kordelenden in ein Gefäß oder in eine Rinne. Das Wasser, das über den Stamm abläuft, wird durch das Seil aufgenommen und tropft oder läuft über die Kordelenden in das Gefäß.

In Japan, bekannt für seine Teezeremonien, legt man besonderen Wert auf die Qualität des Wassers, um grünen Tee zu zubereiten. Hier wird, wenn möglich nur Regenwasser eingesetzt, weil der Geschmack und die Qualität dieses Wassers besser als das herkömmliche Leitungswasser sind.

In Australien sammelt man das Wasser von der Dachfläche in riesigen oberirdischen Behältern, eine Familie lebt dann von 20 bis 40 cbm Wasser von einer Regenperiode bis zur nächsten.

In Afrika wird die Regenwassernutzung wieder populär, vor allem Frauengruppen helfen sich gegenseitig beim Bau von Zisternen. Die Frauen sparen sich kilometerweite Wege zum Wasser holen.

Ihre dadurch gewonnene Zeit können sie mit der Gartenarbeit oder Tierzucht verbringen. Bessere Hygiene, Gesundheit und Wohlstand sind die Folge.

 


Regenwasser sammeln in Deutschland

altes Regenfass aus Holz im Bauerngarten

altes Regenfass aus Holz im Bauerngarten (schulzie-Fotolia.com)

Von unseren Großeltern kennen wir noch die Regenfässer im Garten. Die Regenklappe wurde, immer abhängig vom Wasserstand im Regenfass, auf- oder zu geklappt. Manch einer musste beim Wolkenbruch raus und schnell die Klappe schließen.

Früher waren diese Regenspeicher einfache Fässer aus Holz, Metalltonnen, alte Badewannen oder Zinkwannen. Alles, was ein größeres Behältnis darstellte, wurde zum Regenwassersammeln genutzt. Der Garten war für die Versorgung der Familie wichtig und Pflanzen benötigen Wasser.

Unser Lebensstandard macht es uns einfach, mittlerweile sind wir bestens mit Trinkwasser über öffentliche Netze versorgt. Für die Gartenbewässerung hat man einen Außenhahn, Schlauch und Gießbrause.

Trotzdem werden jedes Jahr immer mehr Regentonnen verkauft, das Angebot ist riesig.

Der Siegeszug der Regentonne begann mit dem Einzug des Kunststoffs in unsere „Fertigungswelt“. Die erste Regentonne aus Kunststoff wurde im Schwabenland hergestellt. Erst in den 70-er Jahren kam ein Mostfasshersteller auf diese Idee.

 


Regentonnen aus den verschiedensten Bereichen

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gebrauchte Chemiefässer und Plastiktonnen aus den 70er Jahren (Martin Debus-Fotolia.com)

Die grüne Kunststofftonne kennen die meisten. Ihren Zweck, Wasser zu sammeln erfüllen sie ja schon, aber ehrlich gesagt, schön sind diese Dinger ja nicht wirklich.

Zum Glück haben einige Hersteller dies erkannt und bieten uns nun stilvolle, witzige oder natürlichen Formen nachempfundene Regenspeicher an.

Man nennt sie Zierregenspeicher und es gibt sie in unterschiedlichen Designs – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Vom stilvollnachempfundenen Holzfass in verschiedenen Größen, über Regentonnen, die wie Kürbisse aussehen, oder Felsen, Baumstämme, elegante glattwandige Behälter, Speicher im Rattandesign oder griechische Amphoren.

Passionierten Gärtner möchte natürlich nur das Beste für ihre Pflanzen: Regenwasser! – Am besten relativ warmes Regenwasser, das besonders für Ansaaten geeignet ist.

Das ist der Grund, warum bei jedem Gartenprofi neben großen unterirdischen Regenwasserspeichern auch oberirdisch aufgestellte Regenwasserbehälter zu finden sind.

 

 


Wo stellt man die Regentonne hin?

Regentonne Amphore Helena

Regentonne Amphore Helena in mediterran gestalteter Terrasse (regentonnenshop.de)

Da wo Platz und ein Regenfallrohr direkt in der Nähe ist.

Nicht zu sonnig – das Wasser wird auch im Schatten warm genug. Für die Wasserqualität ist nicht die Temperatur, sondern zu viel Licht beeinträchtigend, d.h. auch bei der Tonne, je dunkler es in der Tonne ist, um so länger bleibt die Wasserqualität erhalten.

Gartenschläuche sind aus diesem Grund nicht durchsichtig. Algen und Keime lieben Licht, aber wir wollen keine Algen und Keime.

Der geplante Aufstellort sollte gut zugänglich sein und, wenn möglich, vielleicht auch noch weiteren Regentonnen Platz bieten.

Der Untergrund sollte eben und stabil sein, denn eine Regentonne mit 500 L Inhalt wiegt auch entsprechend eine halbe Tonne und bei wichem Untergrund kann es zum Umkippen des Behälters führen.

Natürlich in der Nähe des Gartens oder der Pflanzen, die man gießen möchte, denn zu lange Wege mit der Gießkanne machen keinen Spaß.

 


Wie verbindet man die Regentonne mit dem Fallrohr?

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Regensammler Inox mit Edelstahlsieb, grau (regentonnenshop.de)

Die einfachste Form ist, das Fallrohr direkt einzuleiten. Handelt es sich nur um eine kleine Dachfläche von der auch nicht viel Dreck mit eingespült wird und es nicht stört, dass die Tonne überläuft, wenn sie voll ist, sicherlich praktikabel. Eine Regenklappe ist die nächste Möglichkeit, aber auch immer damit verbunden, daran zu denken, sie rechtzeitig zu öffnen oder zu schließen.

Heutzutage sind Regensammler mit oder ohne Filter sicherlich erste Wahl. Sie sollten auf jeden Fall immer mit einer Überlauffunktion ausgestatten sein, die einfach darin besteht, dass der Füllautomat je nach Einbauanleitung, abhängig vom maximal gewollten Füllstand der Regentonne, eingebaut wird.

Ist die Tonne voll, läuft das Wasser zurück ins Fallrohr und weiter in die Kanalisation oder in die grundstückseigene Versickerungsanlage.

Die Verbindung zwischen Fallrohrfilter und Regentonnen besteht entweder aus einem HT-Rohr oder einem Spiralschlauch, der nicht durchsichtig sein sollte, da er sonst veralgt. Der Abstand vom Fallrohr zum Regenspeicher sollte nicht zu groß sein. Der Querschnitt des Anschlussschlauches sollt ausreichend sein, mindestens 25 mm, damit auch heftigere Regenfälle in der Tonne landen.

 


Wie groß sollte die Regentonne sein?

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Regentonne Jumbo in sanstein mit je 800 L Fassungsvermögen (regentonnenshop.de)

Nun, wie oft und wie viel soll gegossen werden? 300 Liter sind 30 volle Gießkannen. In der Profiregenwassernutzung geht man davon aus, dass es vielleicht mal 3 Wochen nicht regnet.

Wenn also in 3 Wochen 30 Gießkannen benötigt werden, reicht ein Fassungsvermögen von 300 Litern, so einfach ist es. Wie viel Wasser ihre Pflanzen benötigen, können sie online unter Bewässerungstipps nachschauen. Regentonnen haben in der Regel ein Fassungsvermögen von 200 bis 1000 Litern. Sie können in Batterie geschaltet, d.h. miteinander verbunden werden, so dass es theoretisch möglich ist, unendlich viel zu speichern. Optik, Platz und Wasserqualität sind hier die begrenzenden Faktoren. Bei höherem Wasserbedarf sollte man dann mal über einen unterirdischen Tank nachdenken.

Bedenken Sie auch, dass ein Regenspeicher, der ohne Unterstand direkt auf dem Boden steht, etwas weniger Wasser zur Verfügung stellt. Der Auslasshahn ist ja in ca. 32 cm Höhe angebracht, damit man eine Gießkanne noch darunter stellen kann. Auch eine fast leere Regentonne lässt sich nicht so einfach umkippen. Sie ist ja mit dem Fallrohr über den Fallrohrfilter verbunden und ab einer gewissen Größe ist sie nicht mehr handelbar.

Will man das komplette Wasser nutzen, ist eine Fasspumpe hilfreich, oder man schließt einen Schlauch an dem unteren Anschluss der Regentonnen an.

 


Merkmale einer durchdachten Regentonne?

Deckel mit Kindersicherung, Regentonne Maurano granit (regentonnenshop.de)

Deckel mit Kindersicherung, Regentonne Maurano granit (regentonnenshop.de)

Die Regentonne sollte entweder geschlossen sein, oder über einen Deckel verfügen, der verhindert, dass Dreck und kleine Tiere ins Wasser gelangen oder Mücken ihre Eier in das stehende Wasser ablegen.

Er verhindert auch in Verbindung mit einer Kindersicherung den Zugriff von Kindern. Diese Kindersicherung sorgt dafür, dass kleinere Kinder den Deckel nicht öffnen können und in die Tonne fallen. Es sind leider schon Unfälle vorgekommen.

Eine Öffnung erlaubt, dass man die Regentonne auch mal reinigen kann. Erfolgt die Zuleitung des Wassers gleich über einen Filter, ist eine Reinigung nicht notwendig.

Also geschlossene Regenspeicher immer nur über einen Filter füllen!

Ein weiterer Qualitätsaspekt ist die Wandung, sie sollte kein Sonnenlicht durchlassen und stabil sein. Wenn man z.B. mit der Schubkarre schwungvoll um die Ecke fährt und die Tonne aus Versehen streift, sollte sie ja nicht gleich einen Schaden erleiden.

Was sind die Unterschiede? Wieso ist zum Beispiel die grüne Tonne beim Discounter so billig und andere Regentonnen mit dem gleichen Fassungsvermögen kosten das 10-fache mehr?


Die grüne Regentonne

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grüne billige Regentonne (Andrea Arnold-Fotolia.com)

Eine grüne Tonne wird im Spritzgussverfahren hergestellt, sprich pro Stunde können ca. 30 Tonnen produziert werden.

Sie ist dünnwandig und leicht, lässt sich gut stapeln (was natürlich nur für den Händler interessant ist). Durch die runde Form ist sie stabil und verformt  sich nicht, aber Sonne und Frost sind ihre Feinde.

Wenn sie den Winter über im Freien steht und sie durch einen Windzug umfällt, was sie ja dann gerne macht, kann es zu Rissen in der Wandung kommen und sie wird undicht. Deshalb müssen Regentonnen im Winter komplett geleert werden und am besten geschützt untergebracht sein.

Es ist schon gefährlich auch nur ein bisschen Wasser in der Tonne stehen zu lassen. Es gibt Wettersituationen, die eine Eisbildung verursachen, die den Boden wegsprengen kann. Die grünen Tonnen werden meisten in runder Form angeboten. Viereckige Tonnen nutzen den Platz besser aus. Beide Varianten erhält man mit oder ohne Unterstand.

Also für den Einstieg auf jeden Fall ideal! Über Optik lässt sich ja streiten. Ihren Zweck erfüllen diese Tonnen auf jeden Fall – viel guten Regen sammeln!

 


Eine Qualitätsstufe weiter

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geblasene Regentonne aus HDPE (Otto Durst-Fotolia.com)

Die nächste und damit eine Preisklasse höher sind Regentonnen, die im Blasverfahren hergestellt werden.

Ein etwas aufwendigeres Herstellungsverfahren bei dem die Produkte dickwandiger oder sogar in mehreren Schichten aufgebaut sind und deshalb langlebiger und stabiler sind.

Hier findet man auch noch grüne qualitativ höher angesiedelt Regentonnen, aber auch schon wirklich schicke Modelle mit poppigen Farben, Formen von antik bis hochmodern, in den unterschiedlichsten Größen.

Neben der Optik sollte man aber auch immer abwägen wie standsicher diese hübschen Zierregenspeicher sind, nicht nur im gefüllten Zustand, sonder auch im geleerten. Schon ein kleiner Sturm kann den Regenspeicher durch den Garten fliegen lassen.

Achten Sie auch auf die Höhe der Auslassöffnung. auf dem Bild nebenan hat der Hersteller den Auslauf zu hoch angesetzt, dieser sollte gerade so sein, dass die Gießkanne darunter passt, sonst gehen einige Lieter verloren.

Also beim Kauf darauf achten, dass Wandsicherungen oder zumindest ausreichend Hinweise in der Montageanleitung zu finden sind, um die Regenspeicher sicher aufzustellen.


Regentonnen von höchster Qualität

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Regentonne Evergreen Light 300 L, dunkelbraun (regentonnenshop.de)

Ein weiteres Produktionsverfahren ist die Rotation, funktioniert ähnlich wie die Herstellung von Schokoladenosterhasen.

Diese Produkte zeichnen sich durch ihre hohe Qualität aus.

Man kann mit einem Hammer auf diese Produkt schlagen, das macht nichts aus, also keine Angst, wenn der Junior mal mit schweren Schlaggeräten seine Kraft testen will. Aber auch bei diesen Regentonnen sollte das Wasser vor der Frostperiode entleert werden. Bei diesen Modellen ist meistens seitlich eine dafür vorgesehene Auslasschraube angebracht.

Nun dieses Rotationsverfahren ermöglicht, Regenspeicher herzustellen, die wie z.B. echte Holzfässer aussehen. Formen und Farben können so täuschend echt den Originalen nachgemacht werden, dass man erst durch Klopfen testet, ob es auch wirklich Kunststoff ist. Bei diesem Verfahren werden in der Regel zwischen 8 bis 12 Stück pro Tag hergestellt.

So ist jedes Teil fast ein Unikat und das wiederum erklärt neben der tollen Qualität den hohen Preis. Also bei der Auswahl ihrer Regentonne nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Der klare Vorteil, Zierde für den Garten und gleichzeitig kostbares Regenwasser sammeln!

 


Regenwassernutzung gut für die Umwelt?

Das ist relativ. Nutzt man Regenwasser aus der Regentonne für den Garten, tun wir was für unsere Pflanzen und den Boden, aber der Umwelteinfluss ist geringfügig. Natürlich sollten Sie beim Kauf auf die Recycelbarkeit des Kunststoffes achtgeben, kaufen Sie einen rotierten Regenwasserspeicher, ist die lange Lebensdauer ein Pluspunkt.

Der Einfluss der Regenwassernutzung auf unsere Umwelt fängt erst in größeren Dimensionen an, wenn man z.B. eine Zisterne verwendet. Die Regenwassernutzung im häuslichen Bereich umfasst auch die Verwendung von Regenwasser für die Toilettenspülung und Waschmaschine. Hier wird kostbares Trinkwasser substituiert.

Also überall da, wo kein Trinkwasser wirklich eingesetzt werden muss, sprich Küche und Körperpflege kann Regenwasser als sogenanntes Betriebswasser verwendet werden. Betriebwasser ist Regenwasser, das gefiltert, fachgerecht gelagert und mit einer genormten Technikanlage entnommen wird.

Der Umweltaspekt dieser Nutzung fängt dann an, wenn mehrere Gebäude, sprich z.B. Wohnviertel über Zisternen verfügen. Heftige Regenschauer können so abgepuffert werden und füllen nicht gleich die Straßenkanäle und schlimmstenfalls die Keller, wie wir es in letzter Zeit oft in den Nachrichten gesehen oder selber erlebt haben.

Sprich, die Masse macht’s. Interessant wird der Rückhalt von großen Niederschlagsmengen bei großen Plätzen und Gebäuden. Städte und Gemeinden sind gefragt, mit welcher Phantasie und Umsetzungswillen sie naturnahe dezentrale Lösungen anstreben.

Hier haben Sie als Bürger wieder Einflussmöglichkeit.


Falls Sie weitere Anregungen, Tipps oder Informationen zur Vervollständigung dieser Seite haben, senden Sie uns einfach eine E-Mail.

Regentonne Arcado 230L, granitfarben (regentonnenshop.de)

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Verfasser: Dipl.-Ing.agr. Anja Schumann / Leipheim